Der Wähler hat nicht verstanden…
Mit Artikeln dieser oder ähnlicher Überschrift werden die Granden der örtlichen Parteien in den nächsten Tagen das desaströse Wahlergebnis ihrer Kandidaten schön reden wollen. An der Klatsche für Müller und Skudelny trägt natürlich nur der Wähler Schuld, keinesfalls der Mangel an tragfähigen Konzepten oder nicht vorhandene Sachpolitik der großen Büdinger Parteien.
Wer seit 2003 mehr damit beschäftigt ist dem von der Bevölkerung gewählten Bürgermeister möglichst viele Steine in den Weg zu legen, ihn mit Dienstaufsichtsbeschwerden, Strafanzeigen und sonstigen juristischen Nettigkeiten überzieht, ihn politisch blockiert, hat natürlich für sinnvolle und Ergebnisorientierte Politik keine Zeit mehr. Das hat der Wähler jetzt erneut honoriert.
Nehmen wir die Politik der letzten Jahre von Seiten der Anti- Spamer Koalition als Entscheidungsgrundlage, kam der Wähler zwangsläufig zum Schluss, dass es außer dem alten und neuen Amtsinhaber keine wirkliche Alternative gab. Der als Heilsbringer hochstilisierte Kandidat der einen Partei, die über Jahr(zehnt)e die Geschicke der Stadt maßgebliche leitete und für den ebenso langen Stillstand in Büdingen eine nicht unerhebliche Verantwortung zeichnet, wurde von vielen Wählern nur als vorgeschobener Erfüllungsgehilfe Dritter gesehen. Einen Entwicklungsplan, Büdingen wirtschaftlich wieder voranzubringen, abgesehen davon den ungeliebten Erich Spamer als Bürgermeister abzulösen, hatte und hat diese Partei bis heute nicht. Nur hat dieses Ziel mit Wirtschaftsentwicklung herzlich wenig zu tun.
Christoph Skudelny wurde von der anderen großen Volkspartei als Verlegenheitslösung wie das Kaninchen aus dem Hut gezogen, eine echte reelle Chance hatte er nie. Dazu ist Büdingen und die eigene Politprominenz zu sehr in “Traditionen” gefangen. Keiner kannte ihn, die paar Auftritte in der Öffentlichkeit in Begleitung von Heidi Schlösser und Bernd Leitner konnten nicht unbedingt überzeugen. Auch hier gab es nur den Willen Erich Spamer im Amt zu beerben anstatt eines überzeugenden Zukunftskonzeptes.
Liebe Parteioberen von CDU und SPD, der Büdinger Wähler hat durchaus verstanden und nicht nur die Arbeit von Erich Spamer gewürdigt, sondern auch euer Verhalten der letzten Jahre honoriert. Ihr solltet endlich einmal den Wählerwillen respektieren und mit konstruktiver Zusammenarbeit anfangen. 56,7% für Erich Spamer im ersten Wahlgang bei vier zur Wahl angetretenen Kandidaten sind ein klares Votum. Weitere sechs Jahre Blockade und Stillstand kann sich Büdingen nicht leisten.
